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»New Normal«: Warum es 7,96 Milliarden Normalitäten braucht 

Mitten in der Pandemie erkannten viele, dass es eine Zeitenwende gibt: Die Menschen rückten näher zusammen, zugleich brach vieles vom eigenen »vorher« zusammen. Der Begriff des »New Normal« war geboren. Worum es jetzt geht, wie die queere Community profitiert und was das Ganze mit sozialer Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien zu tun hat.

Das Schlagwort der Pandemie heißt Nachhaltigkeit. Es geht dabei um mehr als Mehrweggeschirr. Moderne Definitionen des Begriffs gehen von einem dreigeteilten Ansatz aus. Unter dem Schlagwort ESG sammeln sich nun unterschiedliche Bemühungen zu mehr Nachhaltigkeit. ESG ist ein Akronym. Die einzelnen Buchstaben stehen für die englische Bezeichnung. Übersetzt ergibt sich also folgende Erklärung: E steht für ökologische Kriterien, S für soziale Kriterien und G für Gouvernance, also Unternehmensführung.

Neben ökologischen Kriterien, wie die ab Januar verpflichtende Einführung von Mehrwerggeschirr, treten soziale Kriterien, die sich vor allem bei Themen wie Inklusion und Diversität zeigen. Hinzu kommen dann auch ökonomische Aspekte, die sich in Themenfeldern wie der Kreislaufwirtschaft zeigen.

Nachhaltigkeit ist mehr und will mehr 

Viele Unternehmen haben nicht zuletzt durch die Folgen der Coronapandemie bereits damit begonnen, umzudenken und neue Wege zu gehen: Wo zuvor die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als schwierig galt, da Telearbeitsplätze eher seltener bestanden, gilt das Home-Office fast als normal. Grund dafür ist, dass viele Unternehmen in der Flexibilität und eigenen Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden die eigentliche Stärke ihrer Belegschaft erkannt haben.

Es zeigt sich jedoch auch im Privatleben, wenn mehr und mehr Biotonnen zur Pflicht werden und man sich mit der Herkunft von Lebensmitteln beschäftigt. Zugleich setzt sich dieses neue Denken als Offenheit auch im Hinblick auf alternative Lebensmodelle durch: Sie können in sozialen Netzwerken selbstverständlich gezeigt werden und müssen nicht mehr zwangsläufig mit Hassrede verbunden werden.

Alternative Lebensformen erfahren Akzeptanz 

Damit erleben wir derzeit eine der größten Zeitenwenden, die Veränderungen vorheriger Generationen übertreffen: Was im ursprünglichen »Normal« eher eine Randbewegung war, rückt nun zunehmend in die Mitte der Gesellschaft, verliert seine Stigmatisierung und gilt fast als angesagt. Aus denjenigen, die Bewegungen angestoßen haben, sind nun Entscheider geworden, die den derzeitigen Kurs festlegen und maßgeblich die Richtung unserer Gesellschaft mitbestimmen.

Dadurch erleben die Menschen Zuspruch, die sich Interessensgruppen, wie LGBTQ+ oder Fridays for Future, zugehörig fühlen. So zeigt diese Entwicklung auch, dass der Sonderstatus für alle Menschen enden sollte, die sich einer Gruppierung zugehörig fühlen.

Weg vom Sonderstatus

Deshalb ist der Begriff des »New Normal« doppelt irreführend: Einerseits wirkt er im ersten Moment stigmatisierend, wenn er den entfallenen Randstatus weiterhin thematisiert. Andererseits unterstellt er einen Endpunkt, der noch nicht erreicht ist. Gelten doch queere Lebensmodelle längst nicht in jedem Ort zum Lebensalltag, den die meisten als ihre Normalität ansehen. Insofern suggeriert der Begriff eher eine Vision davon, wohin wir uns derzeit entwickeln.

Damit diese Ideen in einer künftigen Gesellschaft auch umgesetzt werden, benötigt es auch künftig Menschen, die vorangehen und für die weitere Normalisierung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Anliegen eintreten.

Unser Beitrag

Adviris unterstützt als Unternehmen alle, die einen Beitrag zum Wandel leisten möchten. Dazu werden eigene Interessen, wie die Absicherung finanzieller Risiken, so genutzt, dass auch andere davon profitieren. So spenden wir 1% jedes Umsatzes an eine Organisation eurer Wahl und schicken euch als Dankeschön dafür eine Pride-Flag zu. Damit bekennen wir uns zu einer einfachen Forderung: Lasst uns das »New« streichen und im neuen »Normal« darauf achten, dass wir 7,96 Milliarden Normalitäten bekommen – gleich, wie diese aussehen und für welche Werte diese stehen.

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New Normal - ESG-Kriterien - soziale Nachhaltigkeit

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