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Die Finanzwelt ignoriert die queere Community

LGBTQ+ Menschen verfügen über eine eindrucksvolle Kaufkraft. Doch Vorsorge- und Finanzberatungen bemühen sich bis heute kaum um queere Kunden oder diskriminieren sie.

Die Finanzwelt sieht über einen ganzen Bevölkerungsteil hinweg. Dass Frauen als Anlegerinnen in der Finanzbranche lange nicht ernst genommen wurden, ist mittlerweile bekannt. Aber bis heute unterschätzt die Finanzwelt den Bedarf und das Potenzial der LGBTQ+ Community.

Das ist überraschend. Rund 6 Millionen Menschen gehören in Deutschland zur LGBTQ Community – weil die sexuelle Orientierung nicht öffentlich registriert wird, könnte die Zahl bedeutend höher sein. Gleichgeschlechtliche Paare, die zum Beispiel kinderlos sind und doppeltes Einkommen haben, können ein beträchtliches Vermögen ansparen.

Nach Schätzungen des britischen Marktforschungsunternehmens LGBT Capital liegt die Kaufkraft der queeren Gemeinschaft europaweit bei 950 Mrd. Dollar, deutschlandweit jährlich bei 151 Mrd. Dollar. Ob das finanzstarke schwule Pärchen oder eine trans Person auf der Suche nach der passenden Altersvorsorge: Alle Mitglieder der Community haben ein Recht auf kompetente und diskriminierungsfreie Beratung.

Doch Diskriminierung ist für die Community noch immer alltäglich. Im Jahr 2020 ergab eine Befragung, dass 40 Prozent der offen queer lebenden Menschen in den vorangegangenen zwei Jahren öffentlich oder in der Freizeit Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität erfahren hatten. Beinahe ein Drittel erlebte Benachteiligung im Arbeitsleben und in Geschäften oder bei Dienstleistungen, knapp 14 Prozent im Gesundheits- und Pflegebereich.

Manchen schlägt die Diskriminierung offen entgegen, in Form von persönlicher Ablehnung, Beleidigungen oder im schlimmsten Fall durch Gewalt. Doch oft – und gerade im professionellen Umfeld einer Dienstleistung, zum Beispiel bei Vorsorge- oder Finanzberatungen – erleben Mitglieder der Community Diskriminierung, weil es an Sensibilisierung fehlt.

Lesbischen Paaren schlägt die Frage entgegen, wo der Vater des Kindes sei. Trans Menschen werden mit dem falschen Namen und Pronomen angeredet oder müssen sich übergriffige Fragen gefallen lassen.

Hinzu kommen Unwissenheit bei steuerrechtlichen, Vorsorge- und Finanzthemen, die für die queere Community besondere Bedeutung haben: Die steuerlichen Auswirkungen einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder Ehe. Die Nachlassregelung in einer gleichgeschlechtlichen Ehe. Rechtsfragen bei der Stiefkindadoption oder die Regelungen einer Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung für trans Menschen bei konstanter Hormoneinnahme und Transition. Oder die Bezugsrechte steuerlich geförderte Produkte, in deren Verträgen nur von „Ehepartnern“ die Rede ist.

Je nach Beruf oder finanzieller Ausgangslage eignen sich unterschiedliche Finanz- und Vorsorgeprodukte. Das gleiche gilt natürlich auch für Lebensumstände: Eine trans Person hat andere Bedürfnisse bei der Krankenkasse als ein Mensch, der oder die nicht über Hormonbehandlung oder Geschlechtsanpassung nachdenkt. Ein schwules Paar mit Kinderwunsch spart vielleicht eher auf die Kosten einer Leihmutterschaft im Ausland als auf eine gemeinsame Wohnung.

Finanzberatung ist ohnehin sensibel, vielen ist es unangenehm solche persönliche Daten über die eigene Vorsorge preiszugeben. Die Situation sollte nicht durch zusätzliche übergriffige oder unsensible Fragen kompliziert werden, weil das Gegenüber den eigenen Lebensentwurf nicht versteht.

Deshalb ist diskriminierungsfreie Beratung wichtig, bei der Kund*innen sich nicht erklären müssen. Hier bei Adviris gilt: Komm wie du bist. Unsere Kund*innen müssen ihr Leben und ihre Liebe bei uns nicht erklären. Wir sind selbst Teil der Community und haben uns zum Ziel gesetzt, unseren Kund*innen mit unserer Vorsorge- und Finanzexpertise empathisch, unabhängig und kompetent auf ihrem Weg zum finanziell freien Leben zu begleiten.

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